Galeriegespräch in Bad Saulgau

Am 12.2.23 war #Galeriegespräch in der #Fähre #BadSaulgau. Wir rechneten mit ein paar Besuchern. Plötzlich waren 220 Menschen bei unserer #Ausstellung „Wolf-Dietmar Unterwegers bäuerliche Welt“.

Der dritte Sonntag in Folge mit über 200 Besuchern, in dieser wundervollen #Galerie. Wir sind unglaublich dankbar und freuen uns über den Zuspruch. Und wenn dann ein Mann in voller Arbeitsbekleidung aufsteht und sagt er sei einfacher #Bauarbeiter und beim Anblick dieser Bilder kommen ihm die Tränen, dann ist das sehr anrührend und bewegend. Wie #Kunst doch alle Menschen zusammenbringt.


#kunst #fotokunst #Unterweger #WolfDietmarUnterweger

Weihnachtsbrief 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

erlauben Sie uns, dass wir Sie über unsere neuen und aktuellen Produkte und Projekte informieren.

Mit unseren Büchern, Kalendern und Postkarten möchten wir Spass und Freude am nachhaltigen Zusammenleben mit der vielfältigen Umwelt vermitteln. Unsere Vorträge, das Beratungsangebot und die Aktivitäten rund um die Landwertschaft laden Sie zum Mitmachen und Neudenken ein.

Wir freuen uns auf eine gute und inspirierende Zusammenarbeit.

Ihr Wolf-Dietmar und Ursula Unterweger
und Philipp Unterweger

Neuerscheinungen

„Ferkel machen glücklicher, als ein Aufsitzrasenmäher“, so titelt die Schwäbische Zeitung im Sommer diesen Jahres. Was ist damit wohl gemeint?

Als weiteres Vater-Sohn-Projekt entstand dieses Jahr Das große Buch vom Kleinvieh – Handbuch zur Haltung glücklicher Haus- und Nutztiere. Das neue, ebenfalls wieder reich bebilderte Buch ist ein ausführlicher Ratgeber zur Haltung von Haus- und Nutztieren. Jedermann, ob Privathaushalt, Kommunen, Handwerksbetriebe, Industrie und soziale Einrichtungen sind gefordert, durch das Halten von Haus- und Nutztieren der Massentierhaltung entgegenzuwirken. Ein paar hundert Quadratmeter Garten, da rettet man so manchen Hektar Regenwald und manches Schwein aus der engen Box und Hühner, Enten und Gänse aus der Massentierhaltung.

Auch in diesem Buch, wie auch den anderen Büchern, ist unsere hohe Wertschätzung dem bäuerlichen Leben gegenüber zu spüren. Weltweit, nicht nur in unseren Dörfern, brauchen wir kleinstrukturierte und standortgerechte Lösungen.

Dieses Einsteigerbuch beantwortet alle Fragen für die Kleinviehhaltung und für jede Tierart. Und was gibt es Schöneres, als dem Kleinvieh im Garten, an Wegrändern, auf Firmengeländen beim Fressen, Spielen oder Schlafen zuzusehen?

Zur Erinnerung

2019 erschien Das Hühnerbuch – Handbuch zur Haltung glücklicher Hühner. Ein völlig neu überarbeitetes, mit vielen Bildern und wertvollen Tipps gestaltetes, poetisches Praxisbuch.

Echte Bauern retten die Welt! Unser Generationenprojekt erfreut sich großer Aufmerksamkeit. Wir ge- stalten eine neue Landwertschaft und möchten, dass die Bilder, wie auch der Text mit seinem „43 Punkte Plan“ als Gegenentwurf zur Tierfabrik und konventionellen Landwirtschaft gelesen werden.

Die Bauern, das 3-bändige, großformatige Lebenswerk ist nun in der 3. Auflage. Es zeigt auf mehr als 1000 Seiten die Zukunft in Bildern aus der Vergangenheit. Ein Buch zum Genießen, Staunen, Abtauchen und Voranschreiten.

Einige ausgewählte Bilder aus Die Bauern sind als limitierte und handsignierte Kunstdrucke erhältlich. Gerne gestalten wir zusammen mit Ihnen auch Ausstellungen und Galerieevents.

Neu im Angebot sind in diesem Jahr zudem unsere Postkarten mit Tiermotiven für jeden Anlass. Und natürlich unsere Kalender.

Beratungsangebot und weitere Projekte

Wir beraten Kommunen, Privatpersonen, Landwirtschaft und Industrie und begleiten Sie auf dem Weg zur Vielfalt.

Landwertschaft verbindet echte Bauern, deren Produkte und den vielfältigen kulturellen, sozialen und ökologischen Mehrwert. http://www.landwertschaft.org

Heu statt Diesel und traktorfreie Äcker sind das Ziel dieses Gütesigels, das weltweit Menschen verbindet, die Zugtiere zukunftsweisend einsetzen.

Vorträge, Seminare, Workshops

Gerne können wir im Rahmen von Vorträgen und Seminaren diese Themen in Ihrem Umfeld vorstellen. Wir freuen uns auf Ihre Einladung.

www.echte-bauern.de

Weihnachten und Jahreswechsel

Liebe Leserinnen und Leser,

zum Jahresende 2019 möchten wir Sie wieder über unsere aktuellen Angebote und Projekte Informieren. Wir wünschen Ihnen auf diesem Wege frohe, friedliche und gesegnete Weihnachten und einen guten Start in ein hoffentlich glückliches und erfolgreiches Jahr 2020.

Unsere Neuerscheinung im Jahr 2019 ist „Das Hühnerbuch – Handbuch zur Haltung glücklicher Hühner“. Dieses völlig neu überarbeitete und mit vielen Bildern und wertvollen Tipps gestaltete Praxisbuch ist der perfekte Begleiter für alle Menschen, die von Hühnern träumen. Mit umfangreichen Anleitungen hilft das Buch dabei, aus Träumen Realitäten werden zu lassen – und begleitet auch erfahrene Hühnerhalter beim Zusammenleben mit dem Federvieh.

Unserem Generationenprojekt „Echte Bauern retten die Welt!“ wurde auch in diesem Jahr wieder große Aufmerksamkeit zu Teil. Wir freuen uns, in diesem Buch Bilder zu zeigen, die bei der Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit wichtige Ideengeber sind. Dass sich das Klima, die biologische Vielfalt und der globale Frieden durch schöne, kleinbäuerliche Betriebe schützen lässt, zeigt dieses Buch und lädt die Leser dazu ein, eine neue Landwertschaft zu gestalten.

Mein Lebenswerk „Die Bauern“ ist nun in der 3. Auflage. Dieser Erfolg ist eine große reude für mich. Dieses dreibändige Werk ist ein Lesebuch in Bildern und zeigt die Zukunft in Bildern aus der Vergangenheit.

Einige ausgewählte Bilder aus „Die Bauern“ sind als limitierte und handsignierte Kunstdrucke erhältlich. Für Sammler und Liebhaber meiner Fotografien bietet sich so die Möglichkeit, eine repräsentative Sammlung anzulegen und die Bilder nicht nur im Bücherregal zu besitzen, sondern als Ausstellung und Kunstwerk gut sichtbar zu genießen.

36 Jahre nach dem Erscheinen meines ersten Buchs „Schönes altes Bauernland“ ist der Wunsch nach einer nachhaltigen, kleinbäuerlichen und familiär-regionalen Landwertschaft größer den je. Einige Exemplare dieses Buchs sind noch bei mir zum Preis von 49,90 Euro erhältlich. Es ist sehr spannend, die Entwicklung meines fast 40-jährigen Engagements für eine bäuerliche Kultur von morgen anhand meiner Bücher mitzuverfolgen.

Aktuelle Informationen erhalten Sie rund um das Jahr auf meinem Blog: https://wolfdietmarunterweger.wordpress.com und unter www.echte-bauern.de

Mit „Echte Bauern retten die Welt“ haben wir – Vater und Sohn – das Buch zur Agrarwende geschrieben. Bauern, die nicht nur Kalorien, sondern auch Kunst und Kultur schaffen, sind dabei der zentrale Baustein. Gerne können wir im Rahmen von Vorträgen und Seminaren dieses Thema auch in Ihrem Umfeld vorstellen. Wir freuen uns auf Ihre Einladung.

Mit freundlichen Grüßen und großem Dank für Ihre Unterstützung

Das Verschwinden

„Man sieht nur, was man weiß.“ Kann das sein? Hat der alte Goethe mit dieser ober- lehrerhaften Feststellung recht? Stimmt dann auch, dass man nur das sieht, was man sehen will?
Sehr Lesenswert: Der Bericht in „Blix – Das Magazin für Oberschwaben.“ von Dr. Roland Reck.

http://blix.info/images/newsletter/2018/12/6_Kultur_Landwirtschaft.pdf

Bildschirmfoto 2018-11-29 um 09.24.17

„Jakob Bräckle gilt als Landschaftsmaler, aber wäre es nicht treffender ihn als Agrarmaler zu bezeichnen? Es gibt nahezu kein Bild, das nicht einen bearbeiteten Boden oder die Ergebnisse der Aussaat zeigt. Auf nahezu allen Bildern, auch auf denen vom Dorf, ist die bäuerliche Arbeit unübersehbar.“ Uwe Degreif, Kurator der aktuellen Bräckle-Ausstellung im Museum Biberach, zeigt den langen Weg, den der in Winterreute bei Biberach geborene Maler gegangen ist. Mit 90 Jahren starb der „Agrarmaler“ 1987 in Biberach. Bräckle war Oberschwabe und blieb Oberschwabe. Er malte am Anfang oberschwäbische Landschaft mit Bauern und malte am Ende eine Landschaft ohne Bauern. er malte das Verschwinden der Bauern aus der Landschaft. Das begann nach dem zweiten großen Krieg.
Wolf-Dietmar Unterweger ist ein Kriegskind. Er entkam als Baby der Vernichtung Dresdens mit viel Glück. Seine Mutter floh mit ihm nach Wain, einem Bauerndorf in der Nähe von Laupheim, wo er noch immer lebt. Der promovierte Chemiker tauschte schon bald das Reagenzglas gegen den Fotoapparat. Sein Lebensthema: die Bauern. Und ihr Verschwinden.

Jakob Bräckle war ein fleißiger Maler und Wolf-Dietmar Unterweger war ein fleißiger Fotograf. Bräckle ist seit über 30 Jahre tot, Unterwegers Bauern starben etwa zur gleichen Zeit. Zumindest die meisten und die, die noch etwas länger lebten, die ganz alten, die zeigt Unterweger als Zeugen für eine untergegangene Welt des bäuerlichen Lebens, wie es einst nicht nur Oberschwaben prägte. Das Dorf und alles drum rum gehörte den Bauern. Es waren viele und mehr und mehr zu viele. Dagegen half die Flurbereinigung, die die Kleinbauern in die Fabriken trieb und die Industrie auf die Felder. Hier endet Unterwegers Dokumentation. Damit will er nichts zu tun haben.

Bildschirmfoto 2018-11-29 um 09.17.29

Als Maler dokumentiert Bräckle nicht, aber er weiß, was er sieht. Uwe Degreif: „es gelang Jakob Bräckle den Strukturwandel von der traditionellen kleinbäuerlichen Landwirtschaft hin zu einer mechanisierten und zu einer agrarindustriellen Erzeugung mit einer zeitgemäßen künstlerischen Darstellungsform zu verbinden. Seine Bilder der 1930er und 40er Jahre sagen uns: ‚so war es‘, seine späten Bildern sagen: ‚so ist es‘. Sie zeigen mehr als 30 Jahre nach seinem Tod noch immer die Gegenwart heutiger Felder.“

Und die findet der Fotograf Unterweger ganz furchtbar. damit ist er nicht allein. Sein Sohn Philipp ist promovierter Biologe und springt mit seinem Wissen über den Verlust der biologischen Vielfalt, Diversität genannt, der väterlichen Anklage bei. Gemeinsam haben sie ein Buch geschrieben: „echte Bauern retten die Welt!“ Von Hause aus sind beide Autoren Naturwissenschaftler – es zählt nur, was gezählt werden kann –, aber argumentieren mit dem Herzen. Dem Tod in den Agrarwüsten wollen sie mit kleinbäuerlichem Handwerk den Garaus machen.

Das Verschwinden der Bauernkultur und mit ihr die Vielfalt wollen sie rückgängig machen. Der „echte Bauer“ kann wieder mit einem Pferdegespann umgehen und weiß vom Nutzen der Beikräuter, wohingegen der Landwirt auf seinem GPS-gesteuerten Monstertraktor völlig die ökologische Orientierung verloren hat. Der 32-Jährige appelliert deshalb, „sich an einer zukunftsfähigen Bauernkultur mit Mut, Idealismus und Herzblut zu beteiligen und die Welt friedlich, menschenfreundlich, ökologisch und mit respekt vor der Umwelt zu gestalten“.

Hehrere Worte, die Hermann Weber gefallen dürften. Der Kunstprofessor ist Bauernsohn, geboren in Mettenberg bei Biberach. Sein Bruder Josef ist Biobauer, grüner Stadt- und Kreisrat. Die Brüder sind mit Jakob Bräckle aufgewachsen. „das Hoitza-Bild hing über dem Küchentisch unter der Uhr“, erinnert sich der 58-Jährige. Bräckle habe es gegen Brotgetreide „in Zeiten der Not“ eingetauscht. Anders als Bräckle ist der Bauernsohn weggegangen und wegen Bräckle irgendwie auch wieder zurückgekommen. Es waren Bräckles Bilder, die „mein Sehen und Schauen von Landschaft und Natur stark mitgeprägt hatten“, und die ihn im letzten Jahr inspirierten, sich als Künstler gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet im Risstal, seiner Heimat, zu engagieren. Manifestiert hat sich sein Protest gegen die Zersiedlung und Zerstörung von 45 Hektar Wiesen und Felder in einer Anklageschrift „anthropozän. Das große Sterben“. Zur Darstellung der besinnungslosen Naturzerstörung und des Artensterbens bedient sich Hermann Weber Motiven von Jakob Bräckle und konfrontiert dessen Kunst mit den verheerenden Folgen moderner Zivilisation, also mit dem, was Bräckle in den letzten 30 Jahren zwar sah, aber nicht malte. aber irgendwie doch: Bräckle habemit seinen leblosen Landschaften, monochrome Farbflächen, „das Verschwinden gemalt“, meint der Kunstprofessor.

Aber das Verschwinden kann man nur sehen, wenn man weiß, was war. Daran erinnert Wolf-Dietmar Unterweger mit seiner Fotografie, die über verschwundenes Bauernleben Auskunft gibt. Nicht seine melancholischen Fotos romantisieren das entbehrungsreiche Leben, sondern seine Erinnerung daran. Aber so wenig Vater und Sohn sich mit dem Verschwinden abfinden wollen, so wenig will Hermann Weber sich mit dem Verschwinden eines weiteren Stücks Heimat abfinden. Allen drei geht es um die Zukunft. Und dafür muss man wissen, sonst sieht man nicht.

(c) Dr. Roland Reck, Blix